Die südtiroler Grabeswürmer pflügen nun schon seit zwölf Jahren durch den schwarzmetallischen Erdboden und haben in dieser Zeit bisher sechs Alben an die Erdoberfläche gewühlt. Mit "Diabolical Figures" startet nun der siebente Angriff der Italiener, der doch als dezente Überraschung angesehen werden kann.

Nachdem auf "Colletral Defect", dem Vorgänger-Album, viel experimentiert wurde, eine Menge Genre-Mischungen vorgenommen wurden und eigenartige Abschweifungen in den "Metalcore" Einzug hielten, wurde man skeptisch, welche Richtung Graveworm denn nun einschlagen würden. "Diabolical Figures" macht einen Schritt zurück. Und das ist auch gut so liebe Genossen und Genossinnen, denn sie haben wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Experimente stehen den Südtirolern einfach nicht sehr gut und die Art Black Metal, die sie auf "Engraved In Black" machten, war ausgezeichnet und genau dahin scheinen Graveworm erneut abgezielt zu haben. Mit Erfolg. Die Scheibe ist genau das, was ich mir wünsche, wenn ich eine Graveworm-Platte in den Player schmeiße. Schnelle aggressive Songs, mit viel Synthesizer Melodien, die klagend und wütend alles niederschießen, was sich ihnen in den Weg stellt. Die Gitarren liefern neben technisch einwandfreien Soli ordentlich knallige und immer etwas depressive Riffs, dass Schlagzeug treibt die ganze Meute mit ausgezeichneter, ultra-schneller Technik voran und der Gesang spielt das übliche "guter Cop, böser Cop"-Spiel. In diesem Falle eher das traurig-wütender Sänger, was bedeutet: "screams", gegen wütend-hasserfüllter Sänger-Spiel, was tiefe, bösartige "growls" zur Folge hat. Die Grabwürmer haben die klagende Atmosphäre gepachtet, die sie wunderbar umzusetzen wissen. Mit sehr abwechslungsreichem Songwriting und dem gelungenen Wechsel zwischen harmonischer Melancholie, wütenden "Double-Base" Eskapaden und fiesen "Blastbeat"-Attacken klingen die Songs wie kleine Geschichten, die jeweils ihre eigene Klimax besitzen. Die Scheibe geht ordentlich nach vorn und macht unheimlich Spaß beim hören. Die "Collateral Defect" Zeit scheint endlich überwunden zu sein, weg von jauligen "Metalcore-Clear-Vocal" Experimenten zurück zu bodenständigem Symphonic Black Metal. Es ist natürlich auch wieder das obligatorische Cover enthalten, dass spätestens seit der "Scourge Of Malice" einfach dazu gehört. Dieses mal haben sie sich hierfür "Message In A Bottle" von The Police vorgenommen. Auch dabei wurde gute Arbeit geleistet und der Song in Graveworm-Manier zerpflückt und passend ins Album Konzept eingearbeitet; Das ist Graveworm wie es sein sollte.

Endlich wieder eine ordentliche Platte der südtiroler Regenwürmer, die mehrere Rotationen in meinem Player verdient hat. Eine Scheibe die sich sehr wohl neben "Engraved in Black" sehen lassen kann und all das wiedergibt was man von einer guten Graveworm-Scheibe erwaret. Eine runde Sache. In diesem Sinne, obacht beim pflügen, es könnte ein Graveworm getroffen werden!

Graveworm · Diabolical Figures · 2009

Redaktion

verfasst von Winterfreud666
vom 05.09.2009

9 / 10

Playlist

01 - Vengeance Is Sworn
02 - Circus of the Damned
03 - Diabolical Figures
04 - Hell's Creation
05 - Forlorn Hope
06 - Architects of Hate
07 - New Disorder
08 - Message in a Bottle (The Police Cover)
09 - Ignoreance of Gods
10 - The Reckoning