Manchmal kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Es muss doch tatsächlich einige gegeben haben, die auf das erste Singlepaket von Metallica hereingefallen sind und für alle drei Scheiben in ihre Geldbörse griffen. Anders ist der Umstand nicht zu erklären, dass Metallica denselben Trick noch einmal probieren: mit möglichst wenig Aufwand zu möglichst viel Geld.

Wieder gibt es drei einzelne Singles, mit denen man letztendlich drei Mal (!) denselben Song erwirbt. Eigentlich gelten dieselben Kritikpunkte, wegen denen ich schon der ersten Single-Auskopplung „All Nightmare Long“ keine Kaufempfehlung aussprechen könnte. Aber Metallica haben sich noch einige weiter Schnitzer erlaubt. Ganz voran steht die – man muss es so drastisch sagen – beschissene Aufnahmequalität von „Broken, Beat & Scarred“, das direkt vom Album zu stammen scheint und besonders zum Ende durch fieses Clipping und Rauschen praktisch unhörbar wird. Der Umfang von CD-1 und CD-2 sind wieder ziemlich knapp ausgefallen. „Stone Cold Crazy“ oder „Of Wolf And Men“ sind zwar seltenere Live-Songs, aber das hat auch seine Gründe...
CD-1 wartet dagegen mit zwei Live-Aufnahmen von „Death Magnetic“ auf, die zwar gut abgemischt sind, den mageren Umfang aber kaum aufwerten.

Konnte ich bei „All Nightmare Long“ immerhin noch eine Kaufempfehlung für die DVD-Single aussprechen, entfällt diese leider für „Broken, Beat & Scarred“. Ist das Video zur Single noch ganz ansehnlich geschnitten und zeigt einen energiegeladenen Auftritt der Bay-Area-Thrasher, fällt der der Sound zum Ende wie bei der Single ebenfalls deutlich ab. Ein Schicksal, das auch das Video zu „The Day That Never Comes“ ereilt. Zusätzlich kann dieses Musikvideo wohl zu Recht als das langweiligste Video in über 25 Jahren Bandgeschichte bezeichnet werden. The climax, that never comes...

Das dritte Video soll wohl einen Einblick in die Studioarbeit zu „Death Magnetic“ geben, aber wirklich viele Szenen aus dem Studio gibt es nicht zu sehen. Die meiste Zeit bekommt man ziemlich standardisierte Aussagen der Bandmitglieder zu hören, während im Hintergrund Musik aus besseren Zeiten läuft. Besonders nervig: Auf der linken Box gibt es die Aussagen und rechts die Musik zu hören – auf Dauer ein echter Mindfuck.

Wer tatsächlich bis hierhin gelesen hat, kann sich mein Fazit denken. Die Empfehlung zu diesem Singlepaket lässt sich auf ein einziges Wort reduzieren: Auslassen.

Metallica · Broken, Beat & Scarred · 2009

Redaktion

verfasst von Furfighter
vom 27.04.2009

keine / 10

Playlist

01 - Broken, Beat & Scarred
02 - Broken, Beat & Scarred - Live
03 - End Of The Line - Live
04 - Stone Cold Crazy - Live
05 - Of Wolf And Man - Live
06 - Broken, Beat & Scarred - Video
07 - The Day That Never Comes - Video
08 - Death Magnetic EPK / Promo Reel - Video