„Na endlich!“ möchte man rufen. Die deutschen Zottelmonster von Elivagar spielen authentischen Folk Metal mit deutlichem Death-Schlag. Nach ihrem selbstproduzierten Erstling „Followers Of Ancient Tale“ erscheint nun unter Trollzorn der Nachfolger. Im Vordergrund steht dabei erfreulicherweise mal nicht das Keyboard. Bandmitglied Azalon setzt das Tasteninstrument nur sehr sparsam im Hintergrund ein, arbeitet jedoch viel mit einer Blechflöte, die man vorallem aus der irischen Folkmusik kennt. Ebenfalls steuert er die klaren Gesänge bei, die durchaus gelungen sind. Somit ist er hauptverantwortlich für die melodischen, folkigen Elemente. Teilweise vernimmt man auch eine Geige, wodurch die Musik in ihrer Gesamterscheinung ein wenig an Eluveitie erinnert. Allerdings bilden die Folkelemente eher eine gleichberechtigte Ergänzung, statt wie bei den Helvetiern ständig präsent und vordergründig zu sein.
Abseits von Flöten und Geigen bleiben Elivagar dem melodischen Death Metal treu, mischen hier und da ein paar Soundsamples und akkustische Gitarren bei und erzeugen dadurch ein sehr abwechslungsreiches Werk, das ein bisschen Zeit braucht bevor es zündet. Die Lieder sind eher knackig kurz gehalten und auf den Punkt. Dadurch kommt es nicht zu tranigen, vor Pathos triefenden Passagen, die nur noch nerven. Kurzweilig und unaufdringlich bekommt der Hörer hier ein Album, das zu Anfang gar nicht so herausragend erscheint. Plötzlich jedoch ist man schon beim dritten Durchlauf hintereinander und nickt bedächtig mit. Die Melodien sind einprägsam das Riffing fett und die einzelnen Komponenten gut aufeinander abgestimmt. Gute Beispiele sind die Lieder „Ruhm der Schlacht“ (mit schönem klaren Gesang), „Childrens Crusade“, oder auch „Call Of The Sea“ mit wunderbarem Liedaufbau.
Die Wucht früher Suidakra erreichen Elivagar zwar noch nicht, dennoch bekommt man als Fan der Musikrichtung die vielleicht erste gute Veröffentlichung seit Monaten. Wenn sie die Aufnahmequalität zukünftig etwas verbessern (vor allem die akkustischen Gitarren) und die Instrumente noch sauberer einspielen, könnten sie das nächste große Ding in der deutschen Folk-Szene werden.