Hier mal wieder ein echter Geheimtipp (für alle Nichtbayern): Badland Records haben die Jungs von Dead Emotions unter Vertrag genommen und dabei einen echten Glücksgriff getätigt. Fast fünf Jahre hat es gedauert bis nach „Gates Of The Unseen“ nun Album Nr. 3 erscheint.

Den ersten positiven Eindruck hinterlässt das handgezeichnete Cover, welches an die Anfänge der Szene erinnert. Nur das omnipräsente GEMA-Logo stört dabei etwas. Auch der musikalische Ersteindruck gelingt: Death Metal dominiert das düstere Erscheinungsbild, die Band hat sich endgültig vom Gothic abgewendet. Ganz problemlos ist das jedoch nicht von Statten gegangen. In den Tiefen verläuft der Sound zu einem Brei, aus dem sich Schlagzeug und Bass kaum retten können. Die Gitarren klingen in den rhytmischen Passagen etwas undifferenziert. Besonders ärgerlich sind jedoch die Peaks, bei denen die Musik anscheinend an die Frequenzgrenzen schlägt, was einigen Songs zu ärgerlichem MP3-Feeling verhilft (z.B. Lied 2, Break bei 4.37 Min und besonders auffällig bei Lied 6). Das ist doppelt Schade: Erstens nimmt es den Druck aus den Songs und zweitens beginnt man sich als Hörer darauf zu konzentrieren und verpasst dadurch die gelungen Momente des Albums.

Und davon gibt es einige: Das Riffing klingt frisch. Wo sonst Brutalität um jeden Preis regiert, zeigen Dead Emotions erstaunlicherweise auch Emotionen, Melancholie, Nachdenklichkeit. Songs wie „Point Of No Return“, „There Is No Dawn“oder „At The End Of Time“ bekommt man nicht so oft zu hören. Aber auch bei den anderen Liedern gibt’s wenig zu meckern. Die Stimme von Neuzugang „Mosh“ fügt sich gut in die Songs ein, vor allem die Wechsel aus Growls und Screams wirken passend, könnten aber noch ausgebaut werden.

Ein Band mit viel Potential und ein Album auf dem vieles stimmt, einiges aber auch daneben ging. Ich bin kein Soundfetischist, aber die Probleme mit dem eingeschränkten Frequenzbereich sind einer Audio-CD unwürdig. Ein Punkt Abzug!

Dead Emotions · Pathways To Catharsis · 2008

Redaktion

verfasst von Furfighter
vom 19.02.2008

7 / 10

Playlist

01 - Paradise is Hell
02 - Demon Seed
03 - Point Of No Return
04 - There Is No Dawn
05 - Weed For The Weak
06 - Disdained
07 - Borderline
08 - Direction Pain
09 - Ways Of Self Destruction
10 - Interlude
11 - At The End Of Time