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Mayhem - Chimera (2004)

Mit polnischem Black Metal verbindet man recht spontan die Export-Meister Behemoth und untersucht dementsprechend den vorliegenden Rezensionsartikel daraufhin. Keine Untersuchung ohne Kategorien! Anders werden Morowe auch nicht behandelt, wenngleich sie sich selbst als 'Post Black Metal' etikettieren. Was wirklich im ersten Full Length "Pieklo.Labirynty.Diably" steckt, soll folgen!
Wenn auch das Intro in eine andere Richtung lenkt, spätestens bei "Komenda" sind die Eingangsüberlegungen nicht mehr reine Hirngespinste. Die Katowicer scheinen sich ein Beispiel an den großen Brüdern zu nehmen: Es stampft, es treibt und wuchtet in fein säuberlicher, aufgeräumter Manier. Man mag es beinahe als modular bezeichnen, denn wie im Baukasten werden dem Hörer die einzelnen Bestandteile der Songs wohlgeformt nebeneinander gestellt. Korrekt und steril jagt die Double-Bass im richtigen Moment zum abflauenden Riff los, um dann erwartungsgemäß Hall-beladene Vocals einfließen zu lassen. Morowe haben das Prinzip verstanden und wenden es in acht Ausführungen gekonnt an. Doch trotz der Baukasten-Methode versprühen Morowe einen Charme, der auch eine Spur von Code enthält und vereinzelt mal an Marduks "Wormwood" erinnern kann. Ab "Gleboko pod ziemic" über "Wezowa korona" bis hin zu "Zakonczenie" wird dann auch effizientere 'Post'-Arbeit geleistet; auch hier strukturiert und wohl portioniert und mit einem Schuss Depressivität. Die ist auch schon einfangs enthalten und lässt kurze Momente von Lifelover zu und tendiert seicht in Richtung Depressive Black Metal. Zugegeben, Morowe schaffen keine Überraschung oder bringen ganz neue Impulse, aber ihr erstes Full-Length ist stimmig, sauber produziert und angenehm polnisch mit einem Spritzer Neugier! Zudem muss das schlichte, aber ebenfalls aufgeräumte Cover gelobt werden, mehr davon bitte!
Klingt "Piek?o.Labirynty.Diab?y" noch wie das Gesellenstück eines fleißigen Lehrlings, spürt man gutes Potential in den Herren. Das kann noch zu mehr führen und mit dem kleinen Funken mehr Eigenständigkeit kann das eine saubere Sache werden! Experimentelles Behemoth-Derivat ohne den medialen Überschuss. In diesem Sinne bin froh, dass wir Rezensionen auf Metal Impetus nicht einsprechen!
| Playlist: |
01 - Wstep 02 - Komenda 03 - Tylko pieklo, labirynty i diably 04 - Czas trwanie zatrzymac 05 - Jego oblicza 06 - Gleboko pod ziemia 07 - Wezowa korona 08 - Zakonczenie |