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I - Between Two Worlds (2006)

Das uneheliche Kind als Trost über eine Trennung
   Rezension von Winterfreud666

Erst ein paar Jahre zuvor hörte man die tragische Nachricht, dass sich die norwegischen Black Metal Könige Immortal aufgelöst haben. Und dann war da plötzlich I. Doch was sollte man sich darunter vorstellen? War es
Immortal mit neuem Namen? Oder nur ein trauriger Abklatsch dessen, was „Abbath“ und Co. einst verkörperten? Nun, es war letztendlich ein Projekt. Man könnte es die kleine Schwester von Immortal nennen und doch wäre es damit nicht getan.

Anlässlich der Reunion Immortals und des im Herbst diesen Jahres
erscheinenden Longplayers „All Shall Fall“, wollen wir noch einmal zurückschauen auf das Jahr 2006, als I - „Between Two Worlds“ plötzlich in den Läden stand.

Der erste Song gibt einem das Gefühl, in einer eigentümlichen Parallelwelt zu sein, wo vieles nach Immortal klingt, aber letztendlich seinen eigenen Stil aufweist. Man orientiert sich stark an „Sons of Northern Darkness“ und viele Songs auf „Between Two Worlds“ haben einen gewissen Touch von „Tyrants“ oder „In My Kingdom Cold“. Getragen von charakteristischen „Abbath“-Riffs: Roh, stampfend, schließlich doch verspielt und melodiös nehmen sie einen mit, auf eine Reise durch nebelbehangene Wälder und schroffe Gebirge. Wenn man beim Hören die Augen schließt, ist man inmitten einer kalten, schwarzmetallischen Welt, geleitet durch die markant kratzige Stimme „Abbaths“. Die Drums treiben die Gitarren voran und haben schon fast einen rockig, thrashigen Charakter. Untereinander sind die Songs abwechslungsreich und gehen sehr schnell ins Ohr, da man viele Riffs zu kennen scheint, die sich dann doch in anderer Weise fortsetzen, als erwartet. Obgleich man weiß, dass es ein eigenständiges Album, gar eine eigenständige Band ist, beschleicht einen immer wieder das Gefühl die B-Seiten der „Sons of Northern Darkness“ im Player zu haben. I ist letzten Endes stark an Immortal angelehnt und kommt doch etwas rockiger, vielleicht frischer daher und verkörpert nichtsdestotrotz jenen Charm, den nur Abbath zu kreieren vermag. Eine gute, eingängige und wohltuende Black Metal-Scheibe.

Auch wenn viele Parallelen zu Immortal die Eigenständigkeit der Scheibe etwas in Frage stellen, ist und bleibt es ein sehr gelungenes Projekt. Eine Scheibe, die immer wieder im Laufwerk rotieren kann, ohne ihren Reiz zu verlieren und über den Schock der Auflösung allemal hinweggeholfen hat. Wer sie noch nicht kennt, sollte definitiv mal rein hören und wer sie schon hat sollte sie mal wieder auflegen. In diesem Sinne, eine schwarzmetallische Retrospektive erwartet euch.

8 Sterne
Redaktion: 8/10

Eure Wertung: 6.3/10 (20 Stimmen gezählt)

mehr zu I

Playlist: 01 - The Storm I Ride
02 - Warriors
03 - Between Two Worlds
04 - Battalions
05 - Mountains
06 - Days Of North Winds
07 - Far Beyond The Quiet
08 - Cursed We Are


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