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Stellen wir ganz antiklimatisch mal das Wichtigste voran: „Gospel Of The Wretched“ ist das bisher beste Album von Lay Down Rotten. Alle Anhänger des hessischen Todeskommando können also an dieser Stelle direkt aufhören zu lesen und besitzen das Album wahrscheinlich eh schon. Alle die wissen wollen, was dieses Album zu einem guten, aber nicht dem besten Death Metal Release des Jahres macht, lesen hier weiter:
„Gospel Of The Wretched“ beginnt mit einem Intro, das von den Effekten und dem Melodieverlauf perfekt in ein beliebiges In Flames-Stück passen könnte. Der erste Schreck verfliegt jedoch schnell, denn der Hörer hat es hier mit einem astreinen Death Metal Album zu tun, was genau an den richtigen Stellen schnörkellos brutal agiert. Hier und da finden sich perfekt arrangierte Melodieläufe, die man in dieser Heftigkeit und Eingängigkeit zum Beispiel von besseren Kataklysm-Alben gewohnt ist. Lied Nummer 3 zeigt weiterhin eine Inspirationsquelle die sich spielend mit der kanadischen verbinden lässt. Mit typischem Illdisposed-Riffing geht die Reise weiter nach Dänemark und auch die elektronischen Einsprengsel, die sich verteilt über das ganze Album finden lassen, tragen deutlich die Handschrift der Dänen. Bei den Vocals erinnern einige Gesangsparts frappierend an Martin van Drunen, seines Zeichen unter anderem Sänger von Hail Of Bullets. Ja und wenn wir einmal den Namen der niederländischen Old-School-Newcomer in den Mund nehmen, ist der Weg zu Bolt Thrower auch nicht mehr weit. Ahnt jemand schon worauf ich hinaus will?
„Gospel Of The Wretched“ bezieht seine Stärke vor allem aus den ganzen kleinen Puzzleteilen der Geschichte des Death Metal, mit denen es zusammengesetzt ist. Das ist ein geschickter Schachzug, denn den letzten vier Alben der Hessen mangelte es vor allem an der eigenen Note. Um das wettzumachen, bedienen sie sich bei den Größten ihres Faches, was sie so geschickt anstellen, dass es erst auffällt, wenn es bereits zu spät ist: Die fette Produktion und das gute Songwriting sollten jeden vernünftigen Death Metal Fan zu diesem Zeitpunkt bereits mit selbstverschuldetem Schädelhirntrauma versorgt haben.
Das 5. Studioalbum der Hessen zeigt vielleicht noch immer keine klare eigene Linie, ist aber ganz klar eine der besten Death Metal Scheiben 2009. Schließlich ist es unmöglich das Rad neu zu erfinden. Ein neues Auto aus alten Teilen zu entwerfen aber mindestens ebenso...
| Playlist: |
01 - Hours Of Infinity
02 - Thy Won't Be Done 03 - Where Spirits Lie Dead 04 - Altering The Whore 05 - Conditioning The Weak 06 - He Who Sows Hate 07 - Beyond Damnation 08 - When All Becomes Nothing 09 - Gospel Of The Wretched |