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Deathbound - Non Compos Mentis (2010)

Death/Grind-Aufguss bekannterer Gruppen
   Rezension von ewonwrath

Willkommen im finnischen Sägewerk Deathbound! An den Maschinen: Petri Seikkula (Hochtöner) und Toni Pihlaja (Tieftöner). Abgesehen von Bloodbath kenne ich kaum eine Kombo, bei der solch ein sägenartiger Sound geliefert wird. Die Finnen, die übrigens ihr fünfzehnjähriges Jubiläum feiern, folgen auf „Non Compos Mentis“ den Spuren von Death Metal Genregrößen wie den eben genannten Bloodbath, Vomitory und Grave. Wie unschwer festzustellen ist, also eine rein skandinavische Ausprägung. Damit das Gebräu nicht zu pfad wird, mischen die Jungs etwas Grindcore hinzu und variieren viel im Tempo, ohne dass dabei besonders viele oder gar technische Rafinessen geboten würden.

Die Stimmung, die die Platte erzeugt, erinnert mich an ein Konzert im Jahre 2005, als ich ein Auslandssemster in Schweden verbrachte. Damals spielten Vomitory in einem kleinen Schuppen am Bahnhof vor ungefähr 30 Leuten auf. Die Stimmung war dank des guten Alkoholflusses, für den die Schweden bekannt sind, überaus gut! Und auf genau der Bühne könnte ich mir Deathbound auch gut vorstellen. Mit genügend Alkohol im Blut und der passenden Stimmung zum Moshen könnte man dazu gut abgehen.

Aber als Studioalbum wirkt das Material nicht sehr überzeugend. Klar, die Produktion ist fett ohne Ende. Aber spätestens nach zehn Minuten geht einem das alles übertönende Geschreddere der Gitarren irgendwie auf den Zeiger. Die Wechsel zwischen Thrash-, Punk- und Blastbeats sowie Deathgroove wirken oftmals beliebig und nur selten wird, wie in „When The Seas Are Boiling“, eine mitreißende Stimmung erzeugt. Zuweilen erinnern Deathbound sogar an Divine Empire auf „Nostradamus“, aber qualitativ sind sie doch weit dahinter anzusiedeln.

Insgesamt handelt es sich bei „Non Compos Mentis“ um eine solide halbe Stunde Death/Grind, wobei auch das ein oder andere Riff hängen bleibt. Doch mehr als einen faden Aufguss aus oben genannten Gruppen im Gewand einer durchaus gelungenen Produktion bieten Deathbound auf ihrem vierten Output nicht. Live mag das Material funktionieren, als „nüchternes“ Studioalbum hingegen weniger.

5 Sterne
Redaktion: 5/10

Eure Wertung: 4.9/10 (7 Stimmen gezählt)

mehr zu Deathbound

Playlist: 01 - I Hate Them Still
02 - The Wave Called Misery
03 - Free Shackles For Everyone
04 - The Process Of Destruction
05 - A Better Tomorrow
06 - A Reason For Your Fight
07 - Hell Could Be The Cure
08 - When The Seas Are Boiling
09 - Strain
10 - The Blues Of A Dying Man
11 - Death Comes For A Visit
12 - Non Compos Mentis
13 - The World Is But A Memory
14 - A Need To Survive


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